Am 18.12. schrieb der Abgeordnete Torsten Renz seine Reaktionen auf die Forderungen des Labors „Jugend macht Schule“ in einen Brief, der uns auf dem Postweg erreichte:

20121218_JiL2012_Antwort_CDU (PDF 0,5 MB)

JiL 2012 – Labor „Jugend macht Schule“

Sehr geehrter Herr Thönelt,
sehr geehrte Laborantinnen und Laboranten von „Jugend macht Schule“,

über meine Parlamentskollegin Beate Schlupp hat mich als zuständigen Abgeordneten Ihr „Forderungskatalog zur neuen Schule M-V“ erreicht. Ich möchte mich sehr herzlich für Ihre Anregungen bedanken und im Folgenden gern auf die durch Sie aufgeworfenen Punkte eingehen.

Mit besonders großem Interesse habe ich die Punkte 2, 3, 6 und 8 gelesen. So wünschen Sie die Entschlackung der Lehrpläne, mehr Fächervielfalt, neue Lehrmethoden, mehr Demokratie und mehr politische Bildung an Schulen. Grundsätzlich versucht das Land Mecklenburg-Vorpommern durch die Einführung der „selbständigen Schule“ genau diesen Wünschen Rechnung zu tragen. Insofern wäre der erste Adressat für Ihre Forderungen die Schulkonferenz bzw. die Schulleitung. Sollte es an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern in diesen Fragen offenkundige Missstände geben würde ich mich freuen, wenn Sie mich kontaktieren würden.

Ihre Forderungen nach mehr Campusschulen, nach kostengünstigem bzw. für kostenfreiem Mittagessen für Schülerinnen und Schüler sowie der Verbesserung der Rahmenbedingungen für Schülervertretungen sind nachvollziehbar.

Diese Themen fallen aber in die Zuständigkeit der Schulträger, also der Kreise bzw. der kreisfreien Städte und der Gemeinden und sollten dort auch von Ihnen angesprochen werden. Was die Teilhabe von Schülerinnen und Schüler aus finanzschwachen Familien angeht hat die Bundesregierung ein sehr erfolgreiches Programm aufgelegt: Das Bildungs- und Teilhabepaket. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter http://www.bildungspaket.bmas.de.

Ihren Wunsch nach einem interessenangepassten Abitur und der Möglichkeit des Abiturs nach 12 bzw. 13 Jahren kann ich inhaltlich nachvollziehen, ich vertrete hier aber eine andere Auffassung. Beim Abitur geht der Trend in eine gänzlich andere Richtung, nämlich in Richtung Vereinheitlichung und Vergleichbarkeit. Ich halte dies für den richtigen Ansatz – zum Einen helfen Leistungsvergleiche, um Probleme zu erkennen und zu beheben, zum Anderen sind einheitliche Abiturstandards für die Absolventinnen und Absolventen wichtig, um im Berufsleben, auch im Wettbewerb mit Schülerinnen und Schülern aus anderen Bundesländern, bestehen zu können. Mir ist bewusst, dass Schule viel mehr ist, als eine bloße „Wissensvermittlungseinrichtung“, aber eine Schule ohne soliden Abschluss nützt am allerwenigsten den Schülerinnen und Schülern. Ich hoffe daher auf Ihr Verständnis, dass das Abitur in seiner bisherigen Form meines Erachtens keiner Veränderung bedarf. Was das Thema „Abitur nach 12 und 13 Jahren“ angeht, so sind die Doppelstrukturen nicht nur teuer, sie sind auch sehr aufwendig zu organisieren. Den Schülerinnen und Schülern ist meiner Meinung nach am meisten damit gedient, die bestehende Struktur so leistungsfähig wie möglich zu machen und keine neuen Diskussionen um Schulstrukturen zu beginnen.

Dass eine Verlängerung der Schulzeit zu größerem ehrenamtlichen Engagement führt halte ich zudem für unbewiesen. Gleichwohl gebe ich Ihnen recht: Freizeit und ehrenamtliches Engagement sind wichtig. Diesem Gedanken Rechnung tragend sind im Rahmen der letzten Haushaltsberatungen z. B. die Mittel für die Sportförderung deutlich erhöht worden – und das bei einem sehr schmalen Landeshaushalt, der die Politik in ein sehr enges Korsett zwingt.

Es ist für meine parlamentarische Arbeit von großem Wert, dass mich Anregungen und Wünsche von Schülerinnen und Schülern erreichen. Zwar lässt sich nicht immer alles umsetzen, was wünschenswert wäre, dennoch möchte ich Sie ermutigen, auch weiterhin darauf hinzuweisen, wo bei Ihnen „der Schuh drückt“.

Ich würde mir wünschen, dass der Landesjugendring auch weiterhin mit Ideen und Wünschen an die Politik herantritt.

Mit freundlichen Grüßen
Torsten Renz
Schwerin, 18. Dezember 2012

JiL12 fordert – der Landtag reagiert! Heute: Torsten Renz (CDU)

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