Diese Reaktion auf die Forderungen des JiL12-Labors „Blöd nach der Schule“ kam von der Abgeordneten Simone Oldenburg (DIE LINKE) am 18. Dezember per Email  bei uns an.

20121218_JiL12_Antwort_DIELINKE (PDF, 68 KB)

Forderungen des Labors “Blöd nach der Schule?”

Klassenfahrten
Seit diesem Schuljahr wurde das Budget für Klassenfahrten erhöht, bis jetzt sind auch noch nicht alle Mittel abgerufen, so dass man davon ausgehen kann, dass die bereitgestellte Summe den Bedarf deckt. Ein Problem sind weiterhin aus meiner Sicht die kleine Grundschule sowie die Förderschulen. Hier werden wir den Mittelabfluss beobachten und wenn nötig Nachbesserungen fordern.

Einführung des 13. Schuljahres/Zulassung zum Abitur nach der Mittleren Reife Prüfung
Da mit der Einführung des 12-jährigen Abiturs keine Angleichung der Rahmenpläne an die veränderten Lernbedingungen erfolgte, steht an erster Stelle die Entrümpelung der Rahmenpläne. Ich favorisiere sogar deren Abschaffung, da es Bildungsstandards gibt. Diese sollten genügen und geben damit den Lehrkräften auch die nötigen Freiräume zur individuellen Schwerpunktsetzung entsprechend des Aufgabenpools für die schriftlichen Prüfungen. Sollte nach einer Entrümplung bzw. Abschaffung der Lehrpläne noch immer der Zeitdruck für die Abiturientinnen und Abiturienten unermesslich hoch sein, ist eventuell über eine Erweiterung des Abiturzeitraumes nachzudenken. Das sehe ich momentan nicht als notwendig an.
In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, die Abiturprüfungsverordnungen zu überarbeiten. In der Tat ist es so, dass die Schülerinnen und Schüler, die sich der Prüfung in der 10. Klasse unterzogen haben, anschließend das Gymnasium verlassen müssten. Aber auch hier gibt es legale Ausnahmeregelungen. Trotzdem ist es diese Verordnung wert, überarbeitet zu werden und den Gegebenheiten angepasst zu werden. Das würde allerdings zur Folge haben, dass alle Schülerinnen und Schüler nach der Jahrgangsstufe 10 die Prüfung zur Mittleren Reife absolvieren müssten, so, wie es vor einigen Jahren unter der rot-roten Landesregierung eingeführt worden ist.

praxisbezogener Unterricht
Die hier aufgestellten Forderungen sind identisch mit den Inhalten an den Schulen. 25 Tage Praktikum sind in MV verpflichtend, hier bedarf es keiner Forderung. Die Betriebs- und Laborbesichtigungen sind schulintern zu regeln. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich an den jeweiligen Klassenlehrer wenden, der diese Inhalte dann an die Schulleitung transportiert. Es ist zum Beispiel sehr einfach, in jeder Klassenstufe festzulegen, wie viele Projekttage einen Praxisbezug/Berufsfrühorientierungsbezug haben sollten.
Ab der Jahrgangsstufe 8 kann eine Stunde des Sozialkundeunterrichts auch ausschließlich der Berufsfrühorientierung dienen. An jeder Schule sollte es einen Kontaktlehrer für Berufsfrühorientierung geben. Falls es an der jeweiligen Schule kein Konzept zur Berufsfrühorientierung gibt, sollte es mit diesen Schülervorschlägen erarbeitet und umgesetzt werden.

Verringerung der Bürokratie
Die Schülerinnen und Schüler fordern aktuelle Materialien statt Kopien. Möglich wäre in diesem Fall eine intensivere Arbeit mit dem Internet, um aktuelle Themen zu behandeln. Schulbuchverlage werden nicht so schnell wie sich die Politik entwickelt, neue Materialien erstellen können. Diese Schulbücher zu beschaffen, liegt im Aufgabenbereich des Schulträgers und ist mit ständig steigenden Kosten verbunden.
Auch fordern die Schülerinnen und Schüler weniger formalisierte Befragungen der Lehrkräfte zur Schulsituation. Ich nehme an, dass hier die Befragungen zum Qualitätsmanagement gemeint sind. Die Schülerinnen und Schüler können sich in diesem Fall an den Qualitätsmanagementbeauftragten der Schule wenden und gemeinsam Fragen erarbeiten. Derartige Befragungen sind allerdings in der Regel standardisiert.
Beide genannten Bereiche fallen in die Hoheit der inneren Schulorganisation.

Lehrkräfte
Die Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte wird schulintern bzw. durch das IQMV wahrgenommen. Die Schülerinnen und Schüler könnten in der Schülervollversammlung bzw. in der Schulkonferenz über ihre Ideen zur Fortbildung Auskunft geben und es wäre in diesem Fall sinnvoll, dass man an der Schule im Rahmen der schulinternen Fortbildung Seminare für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte anbietet.
Durch die in MV geltende schülerbezogene Stundenzuweisung ist es nicht möglich, einige Unterrichtsstunden durch zwei Lehrkräfte absichern zu lassen. Zudem werden in den kommenden beiden Jahren jeweils 600 Lehrkräfte fehlen. Durch einen Unterricht, der von zwei Lehrkräften an einem Gymnasium erteilt wird, würde sich zudem der Lehrermangel erhöhen.
DIE LINKE schlägt deshalb eine erhöhte Stundenzuweisung vor, um schulintern Anrechnungsstunden für engagierte Lehrkräfte zu vergeben und das zu erstellende Förderkonzept tatsächlich so zu gestalten, dass an den Schulen gefordert und gefördert werden kann.

Simone Oldenburg
Bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

JiL12 fordert – der Landtag reagiert! Heute: Simone Oldenburg (DIE LINKE)

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